Jungbusch

Pulsierender Herzschlag am Hafen

„Quartiermanagement ist ein Instrument stadtteilorientierter Arbeit, das für einen begrenzten Zeitraum in Quartieren mit komplexen Bedarfsstrukturen eingesetzt wird, um abgestimmt und integrativ die Problemlagen zu bearbeiten, die Zusammenarbeit im Quartier auf Basis eines integrierten Handlungskonzepts zu koordinieren und Entwicklungsimpulse zu setzen.“ Michael Scheuermann

Über die Jahre ist der älteste Stadtteil, das ehemalige Arbeiter- und Sackträgerviertel, zum Szene-Treffpunkt und zu einem der bundesweit anerkanntesten Kreativitäts-Hotspots avanciert: der Prozess von Tradition zur modernen Subkultur und seine Wirkungen ist hier überall spürbar. Doch es ist auch ein faszinierender Mix der Kulturen, die hier zusammenfinden und eine ganz besondere, teilweise exotische Atmosphäre entstehen lassen. Die Mischung zwischen progressiver Kreativszene und kulturellem Schmelztiegel macht den besonderen Reiz aus. Und bringt Herausforderungen mit sich. Diesen Herausforderungen stellt sich das Quartiersmanagement Jungbusch bereits seit Jahren durch mannigfaltige Aktivitäten und seit 2017 auch im Rahmen der Lokalen Stadterneuerung.

Durch rückläufige hafenspezifische Nutzungen am Verbindungskanal freigewordene oder lange untergenutzte Flächen konnten seit dem Stadtjubiläum 2007 sukzessive einer höherwertigen, quartiers- und umweltverträglichen Nutzung zugeführt werden. Diese bedeutsame Schnittstelle zwischen Industrie- und Wohngebiet bot die Chance, Wohnen und Arbeiten zu verbinden, Gewerbe und Dienstleistungen anzusiedeln und den Bedarf an Sport- und Freizeitstätten zu decken. Die Entwicklung am „Kanal“ ist damit Katalysator für die Aufwertung des direkt benachbarten Quartiers; das lebendige, vielseitige und urbane Stadtviertel wurde zu einem attraktiven und existenzgründerfreundlichen Umfeld. Durch die Bündelung vorhandener Ressourcen entstand ein Modell mit hoher Ausstrahlungskraft für innerstädtisches, urbanes Wohnen und Arbeiten für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Durch das Nutzungs- und Betreiberkonzept für die Jungbuschhalle plus X entstand ein Kristallisationspunkt des Stadtteillebens, der die Begegnung zwischen „alten“ und „neuen“ Jungbuschbewohnern erfolgreich fördert. 

Weitere Handlungsfelder des Quartiersmanagement Jungbusch und der MWSP sind die Bereiche Modernisierung und Gentrifizierung, Sicherheit und Sauberkeit, Wirtschaftlicher Aufbruch, lokale Ökonomie und Beschäftigung sowie die Förderung und Aktivierung des bewohnerschaftlichen Engagements, gemeinschaftsstiftende Bespielungen und nachbarschaftliche Aktivitäten. 

Die in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt und Partnern im Stadtteil seit 2009 erfolgreich durchgeführte musikalisch-kulturelle Reihe „Kultur am Kanal“ kann im Jahre 2018 unter dem Titel „Platz“ unter Einbeziehung einer Vielzahl von Akteuren belebende und profilbildende Akzente setzen. Das Quartiermanagement hat den Dialog zwischen bewohnerschaftlichen Kräften und den Akteuren der Planung und Umsetzung hinsichtlich einer Öffnung des Kreativwirtschaftszentrum C-Hub in den Stadtteil aktiv unterstützt. Die Beteiligung der Einrichtungen der Kreativwirtschaft, der Popakademie und der Kommunalen Galerie an Stadtteilaktivitäten (Nachtwandel, Runtegrate, Busch spielt) und das Zustandekommen von Kunstprojekten zwischen der Creative Factory und Port 25 sind richtungsweisende „Früchte“ des Prozesses. Durch die Öffnung des Stadtteils Jungbusch entstanden und entstehen in Verbindung mit Förderangeboten stimulierende Impulse. Impulse, die den Herzschlag dieses bunten und lebendigen Stadtteils ein wenig lauter schlagen lassen.