Lila Fußspuren zeigen den Weg: Kinderweg ind er Neckarstadt-West eröffnet

Damit haben weder Mannheims Bildungsbürgermeister Dirk Grunert noch die Akteure der Lokalen Stadtentwicklung (LOS) gerechnet: Schätzungsweise 200 Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Bildungseinrichtungen der Neckarstadt-West sind am 20. November zum Jugendhaus Erlenhof gekommen, um gemeinsam den neuen Kinderweg einzuweihen. Ein voller Hinterhof also. Und erst als der Bürgermeister mit seinen Begrüßungsworten beginnt, ordnet sich das Gewusel und es wird ruhiger.

Doch was ist dieser Kinderweg eigentlich? Das zu erklären, ist an diesem Tag die Aufgabe Dirk Grunerts, der dafür die passenden Worte findet. „Ihr seid die ersten, die heute diesen Weg gehen werden“, sagt er. Das sei nicht nur eine Premiere für den Kinderweg, sondern rücke die jungen Menschen selbst in eine ganz besondere Rolle. „Denn ihr begeht diesen Weg stellvertretend für viele Kinder und Jugendlichen, die in der Neckarstadt-West leben.“ Der Kinderweg ist sozusagen eine Fortentwicklung für einen sicheren Gang durch die Neckarstadt-West. Dazu wurden im Zuge der LOS, die einen Schwerpunkt auf die Belange von Kindern und Jugendlichen im Stadtteil legt, zusätzliche Kennzeichnungen wie Lichtsignale, Piktogramme oder Verkehrsschilder angebracht oder Straßenabschnitte als Spielstraßen ausgewiesen. Pinke, leuchtende Fußspuren weisen von nun an den Weg, der hauptsächlich an Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Spielplätze oder Jugendtreffpunkte vorbeiführt. „Das soll dazu beitragen, dass Ihr Euch noch besser und sicherer durch den Stadtteil bewegen könnt“, sagt der Bürgermeister zu den jungen Anwesenden.

Doch der Weg ist noch viel mehr als eine reine Orientierungshilfe. Durch die etlichen Kennzeichen und Signale verhilft er den jungen Menschen auch zu ihrem Recht, sich unversehrt durch den Straßenverkehr in dem doch recht großen Stadtteil Neckarstadt-West zu bewegen. Denn auch die Autofahrer sollen damit idealerweise verstärkt auf die Kinder und Jugendlichen aufmerksam gemacht werden. „Diesen Gedanken hatten wir von der LOS schon sehr lange in den Köpfen“, erklärt die LOS-Referentin Natalie Papadopoulos am Einweihungstag. Denn das konkrete Handlungsfeld der Lokalen Stadterneuerung beziehe sich auch auf Jugend und Bildung. „Und genau das soll sich im städtebaulichen Bereich wiederfinden.“ Um den Kinderweg sinnvoll zu konzipieren, haben sich Experten mit lokalen Akteuren wie dem Verein Neckarstadt Kids zusammengesetzt. „Nun ist er ein lesbares Signal für die Kinder“, so Natalie Papadopoulos. Ein Signal, das bei Bedarf noch fortentwickelt werde.

Die MWSP ist gemeinsam mit dem Dezernat des Oberbürgermeisters für die LOS zuständig. Aus diesem Grund richtet auch der MWSP-Geschäftsführer Achim Judt an diesem Mittwoch ein paar Worte an die Kinder und Jugendlichen. „Wir haben Eure Belange ganz besonders im Fokus“, so Achim Judt. Das sehe man vor allem an Projekten wie der Wiederherstellung des Bolzplatzes am Neckar, am Projekt ALTER im Neckarvorland oder an der Aufwertung des Neumarkts. „Das sind alles Projekte, damit Ihr Euch mehr zuhause fühlt in diesem Stadtteil, damit die Sicherheit für Euch auf Euren Wegen gewährleistet ist“, erklärt der MWSP-Geschäftsführer.

Den Worten Achim Judts folgt der Startschuss für die erste Begehung des Kinderwegs. Begleitet vom Posaunenensemble der Musikschule Mannheim „Heavybones“ sorgt diese für gebührendes Aufsehen. Denn die riesige Gruppe junger Menschen ist nicht zu übersehen, die Musik nicht zu überhören. Der Weg führt die lebhafte Menschenmenge vorbei an der Humboldtschule, den Kaisergärten und der Neckarschule bis zum Vorplatz des Bürgerhauses Neckarstadt-West, wo die Ehrenamtlichen der Neckarstadt Kids schon mit verschiedenen Aktionspunkten auf die jungen Menschen wartet. 

Etwa eine halbe Stunde später sind auch alle sicher angekommen. Einen besseren Auftakt kann es nicht geben für den Kinderweg, der eindeutig eine wichtige Institution für diejenigen ist, die in einer Gesellschaft am meisten geschützt werden müssen.

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