120 Jahre konzentrierte Geschichte - MWSP stiftet Stadtpunktetafel für TURLEY

Wie spiegelt sich große Geschichte im Kleinen? Die Mannheimer Stadtpunktetafeln zeigen an unterschiedlichsten Orten, wie Mannheim wurde, was es ist. Die insgesamt 150. Tafel gibt es jetzt auf TURLEY zu entdecken. 

Von 1899 bis 1901 erbaut, nach 1918 als Wohnraum für die Mannheimer Bevölkerung, von 1936 an wieder militärisch genutzt. Ab 1947 wichtiger Stützpunkt der US-Army in Mannheim, seit 2012 in der Umwandlung zum Wohn- und Arbeitsort. Wahrscheinlich ist dies die kürzest mögliche Zusammenfassung des geschichtlichen Abrisses, der auf der neuen Stadtpunktetafel am Eingangsportal von TURLEY zu lesen ist. Das Stadtpunkteprojekt wurde bereits 2007 anlässlich des 400. Stadtjubiläums vom Gemeinderat und dem Stadtarchiv MARCHIVUM initiiert. Mittlerweile sind in allen Mannheimer Stadtteilen die Tafeln mit „Mannheimer Geschichte vor Ort“ zu finden. Sie informieren über historisch bedeutende Ereignisse, Personen, Erfindungen – und Gebäude. Die nun eingeweihte 150. Tafel bildet den Abschluss des Projekts und erzählt von der Geschichte des TURLEY Areals, das als Kaiser-Wilhelm-Kaserne gebaut und später dem gefallenen amerikanischen Unteroffizier Samuel J. Turley gewidmet wurde.

Dr. Susanne Schlösser, Leiterin des historischen Archivs, und Professor Dr. Ulrich Nieß, Direktor des MARCHIVUM, gaben eine kurze Einführung in die Geschichte des Stadtpunkteprojekts, das durch ein breites bürgerschaftliches Engagement getragen wird, und einen Überblick über die 120-jährige Geschichte der ehemaligen Kaserne. Das Wort hatte anschließend Achim Judt, Geschäftsführer der MWSP. Die Gesellschaft, die das TURLEY Areal im Auftrag der Stadt Mannheim entwickelt, ist Stifterin der Stadtpunktetafel. „Es ist wichtig, dass die Menschen wissen, wo sie eigentlich wohnen“, betonte Judt. Auch der MWSP hilft das Bewusstsein für die Geschichte der Fläche, bei der Entwicklung die Identität der ehemaligen Turley-Baracks nicht aus den Augen zu verlieren. Judt, selbst TURLEY-Bewohner der ersten Stunde, erinnerte schmunzelnd an die Anfangszeit des Konversionsprozesses, als er und seine beiden Nachbarn das Haupttor der damaligen Geisterstadt noch mit zwei großen Vorhängeschlössern auf- und wieder verschließen mussten – und wie weit die Entwicklung bis heute fortgeschritten ist: Bis Ende 2019 wohnen bereits über 680 Menschen in den sanierten Kasernengebäuden und den sie umgebenden Neubauten – in einem offenen, wachsenden Stadtquartier. Im Beisein von MWSP-Aufsichtsrat Thomas Trüper und TURLEY-Beirat Thomas Seifert enthüllte Bürgermeister Michael Grötsch dann die letzte Stadtpunktetafel, die auch für das neu gestaltete Eingangsensemble auf TURLEY einen gelungenen Schlussstein bildet. Und postwendend Neugierige anzog, ein Stück Mannheimer Geschichte zu erfahren.

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