Erholung mit außergewöhnlichem Flair - der neue TAYLOR PARK bietet Natur und Sportmöglichkeiten mitten im Gewerbegebiet

Noch sind die Bäume überschaubar groß, die Fahrbahn der Skater-Anlage schneeweiß und die Ruhebänke unbenutzt. Noch erstrahlt der TAYLOR PARK in nahezu unberührtem Glanz. Denn er ist jung, wurde erst am vergangenen Samstag, 20. Juli, eröffnet. "Heute ist ein großer Tag für Mannheim Es ist schon etwas Besonderes, dass mitten in einem Gewerbegebiet ein grüner Park angelegt wird", freute sich Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

1.000 Besucher kamen zur Eröffnung und folgten der Einladung, Mannheims neuesten Park zu erkunden. Dieser dürfte sich künftig nach und nach mit Leben füllen. Der neue Park im Herzen des TAYLOR Areals in Vogelstang ist mehr als ein Ort für Ruhesuchende, Sportler, Natur- oder Geschichtsliebende. Er ist die erste Umsetzung und Teil des Mannheimer Grünzugs Nordost, mit der die MWSP und die Planer demonstrieren, dass die Quadratestadt mehr als eine Industriemetropole ist.

Und so ist die dominante Farbe im rund zehn Hektar großen TAYLOR PARK dank der großen Rasenanlage auch Grün. Wege schlängeln sich durch die Grasflächen, immer wieder gibt es Sitz- oder Liegemöglichkeiten oder Sportangebote, die von Tischtennis-Platten über einen multifunktionalen Sportplatz bis hin zur Skate-Anlage reichen. Besonders auffällig: die Atmosphäre. Umgeben von den großen Hallen und Gebäuden unterschiedlicher Unternehmen vereint sich im Parkgelände eine Mischung aus Urbanität, Gemütlichkeit und Industrieflair – etwas, das irgendwie symbolisch für die Stadt Mannheim im Ganzen stehen könnte.

Neben dem Sport- und Skateareal, das mit Mannheimer Skatern geplant wurde, gibt es im TAYLOR PARK weitere Highlights, die ihre eigenen Akzente setzen. Das Wiesentheater beispielsweise ist prädestiniert für verschiedene Kulturveranstaltungen. Oder einfach zum Dasitzen und Ausruhen. Eine Calisthenics-Anlage gibt die Möglichkeit, mit verschiedenen Übungen den Körper zu stählen. Und mit der Conversio-Skulptur erinnert der Mannheimer Künstler Philipp Morlock an die vergangenen Tage, als das TAYLOR-Gelände noch in den Händen der US-Armee war. Die so genannte Nissenhütte, ein Fertighaus aus Einzelteilen für Soldaten, hatte er einst vor dem Abriss gerettet, zerlegt und etwas modifiziert wiederaufgebaut. Nun bietet sie als begehbare Skulptur Schutz und eröffnet unterschiedliche Blickwinkel auf den TAYLOR PARK und darüber hinaus.

Das Wegenetz durch den Park ist zweispurig angelegt, so dass sich Radfahrer, Inlineskater und Skater sowie Spaziergänger und Jogger nicht in die Quere kommen. Obendrein haben die Landschaftsarchitekten von Man Made Land ein eigenes Möbelkonzept für den TAYLOR PARK entworfen. Das Farbkonzept ist zurückhaltend und reagiert damit auf die bauliche Umgebung. Den Hauptpark kennzeichnen zum Beispiel monochrome Farben. Die Multisportanlage und der Fitnesshügel werden mit Metallobjekten in Rosa und Grün hervorgehoben.

Auch diejenigen, die gerne die Natur beobachten, dürften im TAYLOR PARK auf ihre Kosten kommen. Sie finden im Park verteilt verschiedene Vegetationsstandorte wie Trockenrasen, Sandmagerrasen und ein Heckenbiotop. Einiges muss sich noch entwickeln, denn die Parkplaner möchten eine artenreiche Pflanzengemeinschaft entstehen lassen, unter anderem mit Wildblumen und Wiesenkräutern, was nützlich für verschiedenste Insekten ist. Das dauert voraussichtlich zwar einige Jahre, bis die endgültige Pflanzenwelt dort geschaffen ist, doch der aufmerksame Parkgänger dürfte die jährlichen Veränderungen bemerken.

Rund 23.000 Kubikmeter Erde wurden für den Park bewegt, Hügel aufgeschüttet und abgetragen. Allein im TAYLOR PARK, den die Berliner Landschaftsarchitektinnen von Man Made Land gemeinsam mit dem Architekturbüro von Francis Kéré entwickelt haben, pflanzten Gärtner 700 Bäume. Nun ist er nach gut einjähriger Bauzeit fertig und wartet auf viele Besucher, die sich vom Angebot und außergewöhnlichen Flair des TAYLOR PARKs überzeugen lassen wollen. Und davon, dass das TAYLOR Areal insgesamt ein gelungenes Konversionsprojekt ist, durch das ehemaliges Militärgelände zu nutzbarem Stadtraum wurde.

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