Turley feiert seine Vergangenheit und seine Zukunft

Sonne und Musik satt, hieß es bei der dritten Ausgabe des Turley-Festes. Die MWSP lud Anwohner, Akteure, Nachbarn und Freunde zu einem familiären Zusammensein auf Mannheims erster Konversionsfläche. Der Sommertag hatte zwei unangefochtene Stars: den ehemaligen Turley-Sheriff Cooper – und einen Rasensprenger. 

Die Abkühlung, die der Sprenger bei den hochsommerlichen Temperaturen versprach, stand bei Kindern wie Erwachsenen hoch im Kurs. Auch die aufgestellten Planschbecken waren schon in Beschlag genommen, als MWSP-Geschäftsführer Achim Judt zu seiner Begrüßungsrede ansetzte. Er betonte, was in den Schlagzeilen des Frühjahrs oft unterging: Die Entwicklung auf Turley findet statt. Die Umgestaltung des Eingangsensembles zur ehemaligen Kaserne ist gerade abgeschlossen, der Casino-Umbau steht in den Startlöchern. Deutlich machte er außerdem, dass der Verkauf der Baufelder – trotz aller Turbulenzen – eben auch eine Chance für Turley ist: Die ersten Bauanträge sollen binnen Monatsfrist eingereicht werden. Es geht voran. 

Um die Entwicklung der Konversionsfläche greifbar zu machen, hatte die MWSP zwei besondere Rundgänge über Turley angedacht, die beide großen Anklang fanden: Eine Zeitzeugen- und eine Baustellenführung.

Den Start markierte der 81 Jahre alte Pell Charles Cooper, der zwischen 1980 und 1999 auf Turley stationiert war. Die Begrüßung des „Turley Sheriff“ fiel ausgesprochen herzlich aus. Eine Reihe ehemaliger amerikanischer Soldaten hatte sich extra für das Wiedersehen eingefunden und spickte die Führung mit zahlreichen Anekdoten aus den jeweiligen Stationierungszeiten. MWSP-Hausverwalter Marvin Kuhn, in Coopers Dienstzeit direkt neben Turley aufgewachsen, übersetzte und ergänzte die Erzählungen. Auch viele langjährige Nachbarn ließen sich die Führung nicht entgehen, und so wurden den gemeinsamen Erinnerungen an Mr. Coopers legendäre Barbecues, der Geschichte vom Geisterspuk im Sullivan-Gebäude oder der Legende zahlreicher geheimer Tunnel zwischen den Mannheimer Kasernen auch noch späte Geständnisse hinzu addiert: „Wir haben früher die Rosen geklaut vom Zaun“, bekannte eine Anwohnerin des Exerzierplatzes. „Die haben immer toll geduftet.“ Und so schwelgte man im Schatten der alten Kastanienbäume noch lange in gemeinsamen Erinnerungen.

Nach dem Blick in die Vergangenheit zeichnete MWSP-Projektentwicklerin Ines Reiter auf einer Baustellenführung spannende Perspektiven für die Zukunft. Wann startet der Casino-Umbau (voraussichtlich im Spätsommer), was kommt auf das noch freie Baufeld hinten am Zaubernußweg (wahrscheinlich eine Kita), wo hält die Stadtbahn am „Eisenloher Platz“ (ab 2023 in der Verlängerung der Heinrich-Wittkamp-Straße) – Reiter ging auf die zahlreichen interessierten Nachfragen der vielen Teilnehmer ein. Es entstand ein einladendes Bild, wie das gänzlich entwickelte Quartier einmal aussehen wird. 

Währenddessen spielte die Musik auf dem Turley-Platz, wo nicht nur aktuelle, sondern auch zahlreiche zukünftige Bewohner den Schatten der Sonnenschirme suchten. Sie wurden, wie auch die anwesenden Gemeinderäte und alle interessierten Mannheimerinnen und Mannheimer, mit kalten Getränken, feinen Burgern von Benjamin’s Diner und reichlich amerikanischen Köstlichkeiten von der Theodor-Fliedner-Stiftung versorgt. Die Stiftung, die auf Turley Betreutes Wohnen anbietet und viele Akteure miteinander vernetzt, sowie die Johannes Diakonie, die Menschen mit Behinderung begleitet, informierten über die inklusiven Möglichkeiten und Wohnformen, die auf dem ehemaligen Militärgelände bereits entstanden sind.

Drei Bands untermalten den Tag mit entspannten Rhythmen. Benaja machte dabei den mitreißenden Auftakt, Shorty & Paul begeisterte mit feinstem Blues, Jenny Never rockte bis in die Abendstunden. Und so bewahrheitete sich eine Songzeile, mit der Benaja ins Turley-Fest gestartet waren: „Irgendwo geht jetzt die Sonne auf“. Dieses Irgendwo war an jenem Samstag das Turley-Quartier in Mannheim

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